Akupunktur
Informationen zu Akupunktur
Bei chronischem Kniegelenksverschleiß (Gonarthrose) und chronisch degenerativen LWS-Beschwerden können wir die Akupunktur als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen anbieten.
Wann wird eine Akupunkturbehandlung empfohlen?
Die Chinesische Medizin betrachtet den Menschen in seiner Ganzheit und ist nicht in einzelne Fachrichtungen getrennt, wie unsere westliche Medizin. Ihr Anliegen ist es, Krankheiten nicht nur zu heilen, sondern auch der Entstehung schwerer und chronischer Krankheiten vorzubeugen.
Die Akupunktur, eine wichtige chinesische Heilmethode, wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und führenden Akupunkturgesellschaften für viele Krankheitsbilder empfohlen. Eine Auswahl davon haben wir in dieser Broschüre für Sie zusammengestellt. In vielen Fällen ist die „Nadeltherapie“ genauso wirksam oder sogar wirksamer als westliche Therapien.
Grundsätzlich gilt aber:
Akupunktur kann heilen, was gestört ist, sie kann aber nicht „reparieren“, was bereits zerstört ist.
So kann sie bei einer Gelenkerkrankung (Arthrose) mit Knorpelschädigungen nicht den Verlust des Knorpels rückgängig machen. Sie kann aber die damit einhergehenden Schmerzen an Bändern, Muskeln und im Bereich der Gelenkkapsel deutlich verringern. Durch eine Akupunkturbehandlung schwillt das Gewebe ab, es wird besser durchblutet, Gelenk und Muskulatur werden beweglicher und trainierbarer – der Schmerz lässt nach.

Wie wirkt Akupunktur?
An bestimmten Punkten des Körpers werden die dünnen Akupunkturnadeln platziert, wo sie etwa 20 Minuten verbleiben und ihre heilsame Wirkung entfalten, während sich der Patient auf der Liege entspannt. Die meisten Patienten empfinden die Akupunktur – nicht selten
schon bei der ersten Behandlung – als wohltuend, entspannend und oft verblüffend schnell wirksam.
Westliche Wissenschaftler erforschen die Wirkung der Akupunktur intensiv und konnten in vielen Untersuchungen nachweisen, dass die chinesische Heilmethode bei einer Fülle von Erkrankungen hilft, oft gerade dann, wenn eine herkömmliche Behandlung erfolglos
blieb. Was genau bei einer Akupunktur im Körper abläuft, ist wissenschaftlich
noch nicht restlos aufgeklärt. Dank moderner wissenschaftlicher Untersuchungsverfahren konnte die Akupunkturwirkung in den letzten Jahren aber viel besser erklärt werden.

In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass das Nadeln bestimmter Akupunkturpunkte spezielle Wirkungen entfaltet, z.B. Linderung von Übelkeit und Erbrechen, Verminderung der Schmerzempfindlichkeit oder Förderung der Wehen.
Die heilende Wirkung kommt u.a. dadurch zustande, dass der stimulierende Reiz der Nadeln im Gehirn eine vermehrte Ausschüttung schmerzlindernder und stimmungsaufhellender Substanzen auslöst, die oft auch al s „Glückshormone“ bezeichnet werden. Dazu gehören
das Serotonin, körpereigene Morphine wie das Endorphin sowie die Enkephaline. Mit modernen Verfahren wie der funktionellen Kernspintomographie lässt sich die Wirkung der Körperakupunktur auf den Stoffwechsel im Gehirn eindeutig nachweisen: In jenen Hirnbereichen, die mit den stimulierten Akupunkturpunkten in Verbindung stehen, zeigt sich eine stark erhöhte Aktivität.
Große wissenschaftliche Studien belegen, dass die Akupunktur bei einer Reihe weit verbreiteter Erkrankungen wie Tennisellbogen, Arthrose Sehnen- und Gelenkreizungen oder
chronischen Wirbelsäulenleiden eine gute Ergänzung zu den herkömmlichen medizinischen
Therapien ist. Die weltweit größten Untersuchungen, die ART- und GERAC-Studie mit mehr als 250.000 Patienten wurden in Deutschland durchgeführt. Sie ergaben, dass Akupunktur bei chronischen Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen (z.B. infolge einer Arthrose) in drei von vier Fällen zu einer deutlichen und lang anhaltenden Schmerzlinderung führt. Die Studien weisen darauf hin, dass Akupunktur bei diesen Beschwerden genauso gut oder sogar besser wirkt als herkömmliche Therapien (Medikamente, Krankengymnastik oder Massagen).
Die Universitätsklinik Mannheim hat durch Studien belegt, dass Schwangere, die ab der 36. Woche akupunktiert werden, weniger Schmerzen bei der Geburt haben und die Geburt weniger lange dauert.
Gibt es bei der Akupunktur Nebenwirkungen?
Eine fachgerecht durchgeführte Akupunktur hat kaum Nebenwirkungen, da die Nadeln auf eine Mobilisierung der Selbstheilungskräfte des Körpers abzielen. Es können sich allerdings zu Beginn der Therapie einzelne Symptome vorübergehend verstärken, man spricht hier von der „Erst-Reaktion“. Gelegentlich kommt es zu leichten Blutergüssen oder blauen Flecken, auch kurze Kreislaufreaktionen können während einer Akupunkturbehandlung auftreten, normalisieren sich aber schnell. Um Infektionen zu vermeiden, werden sterile Einmalnadeln aus Edelstahl verwendet.
Bei der Körperakupunktur werden feine Einmalnadeln in bestimmte Hautpunkte gestochen, was kaum schmerzhaft ist. Viele Akupunkturpunkte befinden sich auf unsichtbaren Energiebahnen, den so genannten Meridianen/ Leitbahnen. Häufig liegen sie aber auch in Haut- und Muskelzonen in der Nähe des Schmerzes oder der erkrankten Organe. Nach dem Verständnis der chinesischen Medizin wird durch den Nadelreiz der Energie
(Qi)-Fluss angeregt und reguliert. Blockaden und Störungen lösen sich auf. Meist genügen
bei akuten Erkrankungen einige wenige Akupunktursitzungen,bei chronischen Krankheiten
können aber deutlich mehr Behandlungen notwendig sein – je nach Krankheitsbild
und körperlicher Verfassung des Patienten. Manchmal lässt sich der Heileffekt der Akupunktur durch ergänzende Maßnahmen verstärken.
Besonders wohltuend ist z.B. die Moxibustion, eine spezielle Wärmebehandlung, bei der
getrocknetes Beifußkraut über bestimmten Körperbereichen abgebrannt wird, um diese zu
erwärmen und so die Energie anzuregen.
Auch Schröpfen und Schröpfkopfmassage können die Akupunktur unterstützen, da sie
einen heilsamen Reiz auf die gewählte Körperregion ausüben, Verspannungen der Muskeln
lindern und innere Organe positiv beeinflussen.
Bei der Triggerpunktakupunktur werden bestimmte, für Schmerzen verantwortliche Muskelpartien mit der Nadel gereizt, um damit für eine lokale Muskelentspannung zu sorgen.
Vergleich zu einer Stecknadel
Wann spürt man eine Besserung?
Grundsätzlich gilt: Je länger eine Erkrankung besteht, desto
länger muss sie behandelt werden. Bei chronischen Erkrankungen
(Krankheiten und Beschwerden, die länger als drei bis sechs Monate
andauern), spürt man in der Regel zwischen der dritten und sechsten
Sitzung eine positive Veränderung. Schmerzen lassen nach, der
Schlaf wird tiefer und ruhiger, das Allgemeinbefinden und die seelische
Stimmungslage verbessern sich. Erst nach etwa fünf bis sechs
Sitzungen lässt sich genauer abschätzen, wie viele Behandlungen
noch notwendig sind.
Wie lange hält der Therapie-Erfolg an?
Die heilende Wirkung einer Akupunktur hält bei Mitarbeit des
Patienten oft ein Leben lang an. Je nach individueller körperlicher
und seelischer Belastung, Fehlernährung oder ungesunder Lebensführung
kann es aber auch nach einer gewissen Zeit zu erneuten
Beschwerden kommen, so dass weitere Behandlungen oder eine
Auffrisch-Akupunktur notwendig werden.
